Dieser Seminar-Workshop beabsichtigt das Unbehagen, dem die meisten europäischen ethnographischen Museen heute gegenüberstehen, zu analysieren. Die Auseinandersetzung mit dieser Krise erfolgt hier nicht nur theoretisch, sondern auch durch praktische Lösungsvorschläge. Mittels experimenteller Annäherung auf kleiner Ebene werden die TeilnehmerInnen während des Semesters ihre eigenen museumsbezogenen Vorschläge entwickeln, welche als eine kuratorische Antwort auf ein theoretisches Problem zu betrachten sind. Die Form ethnographischer Ausstellungen als ein Objekt-Theater betrachtend (wobei Letzteres nicht unbedingt materieller Natur sein muss, sondern auch Bestandteil der immateriellen Kultur oder oralen Geschichte sein kann) schlagen wir vor, uns auch der Biographie von Objekten zu nähern. Um die Säulen der gegenwärtigen Krise zu verstehen, werden die Symptome dieses Unwohlseins identifiziert, indem wir die Geschichte des ethnographischen Museums als Institution und als szenographische und performative Praxis zurückverfolgen. Gleichzeitig wird mittels einer kritischen und postkolonialen Betrachtungsweise Bezug auf die gegenwärtige globale Situation genommen.

Modulverantwortlich / Lehrende: Dr. Bernard Müller (muller.bern@wanadoo.fr)

Tutorin: Antje Backer M.A.

BA 03- ETH- 2016 und MA 03- ETH- 2016


Ort/Zeit :

Die Sitzungen finden jeden zweiten Freitag 

von 11-15 Uhr

im Grassi Museum für Völkerkunde zu Leipzig (Johannisplatz) statt.


Sitzungen: Fr. 15. und Fr. 29. April, Fr. 13 und Fr. 20 Mai, Fr. 3, Fr. 17. und Fr. 24. Juni 2016 (installation/inauguration).

Ausstellung der Interventionen ab Fr. 24. Juni 2016

Neben dem regulären Programm findet noch ein weiteres Treffen statt, welches dem Aufbau der geplanten studentischen Vorschläge/ Arbeiten in der Dauerausstellung vorbehalten ist.

 


 

Modulprüfung :

Auf der Basis von Objekten der Ethnographischen Sammlungen Sachsens (SES) sowie diesbezüglichen vergangenen Projekten und Themen genuine Museumsprojekte zu entwickeln und zu realisieren, wie z.B. ethnographische Ansätze oder Vorschläge, künstlerische Installationen, Performances, kleine Ausstellungen, Multimedia-Vorrichtungen oder externe Aktionen wie z.B. geführte Stadt-Touren. Präsentiert werden die Ergebnisse dem Publikum in der Dauerausstellung des Grassi Museums für Völkerkunde zu Leipzig Ende Juni 2016

 

Zur Vorbereitung :  siehe studentische Arbeiten WS 2015-2016 : http://www.mvl-grassimuseum.de/ausstellungen/2016/museum-on-the-couch/

 

 

“Museum on the Couch

Reflexive and creative explorations in the ethnographic collections

 

Dr. Bernard Müller

This seminar-workshop aims to analyse the malaise that are facing most of the European ethnographic museums today. Just the once, this crisis will not be addressed only theoretically but also by proposing practical solutions. In an experimental approach and on a small scale level, the participants / students will elaborate during the semester their own museum-related propositions, envisaged as a curatorial answer to a theoretical problem.

 

In order to try to understand the stakes of the current crisis, having identified the symptoms of the malaise, we will retrace the history of the ethnographic museum as an institution but also as a scenographic and performative practice, echoing the current global situation, in a critical and postcolonial state of mind. Considering the form of the ethnographic exhibition as a theatre of objects (the latter not necessarily being material, as in "intangible culture" or "oral history"), we propose to approach the biography of the object by the multiplicity of appropriations and variety of uses/usages to which it is subject/object, as expression of the variety of temporalities it relates to.

 

Resting preferably upon objects of Ethnographic Collections of Saxony (SES), on related past projects or connected topics, the participants of the seminar-workshops will implement genuine museum projects  (ethnographic propositions, artistic installations, performances, small exhibitions, multimedia devices,  and outside the wall actions, such as guided tours in town, for instance ) that will be presented to the public in the permanent exhibition of the Grassi Museum in the last week of June 2016 (see Student Works WS 2015-2016).

 

In order to move away from disciplinary compartmentalisation, this workspace is envisioned as a collaborative platform, a place that aims to gather ethnologists, artists, philosophers, art historians, curators, mediators, designers / architects and various professions (and not only ethnologists), in collaboration with several departments.

 

Organised jointly with the Institute of Anthropology at the University of Leipzig and the Staatliche Ethnographische Sammlungen Sachsen, this and the following seminar-workshops are open to all.

 


Every two weeks, Friday : 13 – 15 H.

 

First session Friday  of 15th of April

Sessions (theoretically): Fr. 15th, Fr. 29th of April, Fr. 13th and Fr. 20th of May, Fr. 3rd , Fr. 17th and Fr. 24th of June 2016 (installation/inauguration).

Venue :
Grassi Museum für Völkerkunde, Johannisplatz, Leipzig




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http://ethno.gko.uni-leipzig.de/index.php/en/museum/museum-on-the-couch
 
http://www.mvl-grassimuseum.de/veranstaltungen/archiv/cal/event//tx_cal_phpicalendar/AUSSTELLUNGSEROEFFNUNG_MUSEUM_ON_THE_COUCH/2016/01/12/
 

Postkoloniale Theoretiker_innen gehen davon aus, dass der Kolonialismus bis heute wirkmächtig ist, mehr noch, dass Kolonialismus und europäische Moderne in einem dialektischen Verhältnis zueinander stehen. Sie üben Kritik an einer eurozentrischen, scheinbar universalen Deutungshoheit, die diesen Zusammenhang ausblendet.


Dieses Seminar soll einen ersten groben Einblick in das breite Feld postkolonialer Ansätze bieten.


Das Kolloquium dient der Diskussion von Fragen rund um die Bachelor- und Masterarbeiten. Wir bringen jüngere und ältere Studierende zusammen, um so Diskussionen über die Anforderungen akademischen Schreibens anzuregen. Wir begleiten die Arbeitsschritte der Erstellung von BA und MA Arbeiten. Wir trainieren das Schreiben von Einleitung und Kapiteln und diskutieren die Struktur einer Arbeit. In der Mehrzahl der Stunden besprechen wir Kapitelentwürfe, die von Teilnehmern geschrieben und vor der Stunde an alle teilnehmenden Kommilitonen zirkuliert wurden.

Modul: BA 03-ETH-1026

Lehrende: Dr. Lothar Bohrmann

Zeit/Ort: Mittwoch 15:15-16:45 / S202

Since the 1980s anthropologists focusing on the senses have questioned the ocularcentrism of  anthropological approaches to objects. They also began to propose alternative multi-sensual research methods.

In this context sound and soundscapes have received more concentrated attention within anthropology. Today Sound Studies have grown much beyond anthropology. It constitutes a  multi- and transdisciplinary field that combines the approaches and insights of many areas, such as design, architecture, musicology and media studies.

Sounds are heard every day. However, listening in to sounds, analyzing them, so that they may tell us something about people and places requires systematic listening practice and a theoretical framework.

This seminar trains students to listen more carefully and understand soundscapes in relation to theoretical debates within and beyond anthropology. 

Womit beschäftigt sich ethnologische Migrationsforschung? Was ist unter dem Konzept des Transnationalismus zu verstehen und was ist überhaupt Nationalismus? Inwieweit bestimmen Grenzen unsere Identität und wie beeinflussen sie unser Handeln und Denken? 
Wie wird im Augenblick ethnografisch zu Migration geforscht? 
Mit diesen und vielen anderen Fragen wollen wir uns in diesem Seminar auseinandersetzen.
Bestehende Konzepte werden wir infrage stellen, diskutieren und dabei auf aktuelle Themen Bezug nehmen. 

Zeit: Dienstags, 17-19 Uhr

Modul 03-ETH-1024: Systematische Ethnologie II: Köper, Verwandtschaft und Geschlecht