Seminar und Kolloquium

Spinoza Hegel: Immanenz oder Negativität

Seminar und Kolloquium: Do 11-13Uhr und 13-15Uhr

Modul: Vertiefung Praktische Philosophie (06-003-104-3) 2. PF

In seinen Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie diskutiert Hegel selbstverständlich auch Spinoza. Als eines der Hauptprobleme der darin so bezeichneten „Periode der Metaphysik“, in die er Spinoza einordnet, sieht er eine „Tendenz zur Substanz“ und einen strikten „Gegensatz von Substantialität und Individualität“. In dieser Diagnose zeigt sich bereits eines der großen Missverständnisse, die wir heute auch auf eine geradezu orientalisierende Lesart des jüdischen Philosophen durch Hegel zurückführen. Spinoza habe die „morgenländische Anschauung der absoluten Identität“ in die europäische Philosophie gebracht und weil ihm die Negativität und das Negative fehlten, habe er kein »Prinzip der Subjektivität, Individualität, Persönlichkeit« denken können. Hegels Vorstellung der Negation im dialektischem Widerspruch steht in einem deutlichen Gegensatz zu Spinozas Annahme eines immanenten Ganzen, das seine eigene Ursache ist und keine transzendenten Gründe hat. Dieser fundamentale Unterschied der beiden Autoren hat eine Reihe von produktiven Anschlüssen hervorgebracht, die die Überzeugung, dass wir es bei Spinoza mit einer starren Determination des Individuationsgeschehens zu tun haben, in Frage stellen und ihn als einen Denker der Potentialität und der Pluralität immanenter Differenzen ausweisen (so etwa Althusser, Negri, Deleuze und Macherey).

Wir wollen diese Frage im Seminar durch den systematischen Vergleich einiger wesentlicher Theoriestellen diskutieren und sehen, worin sich das immanente Denken Spinozas vom negativistischen Denken Hegels unterscheidet. Und wir wollen uns auch der Frage widmen, was aus einer Richtungsentscheidung dieser spekulativ-metaphysischen Probleme folgt, etwa für die politische Philosophie und die Sozialphilosophie.

 Literaturauswahl zur Vorbereitung

G.W.F. Hegel (1971), Vorlesungen über die Geschichte der Philosophie. Frankfurt/Main

G.W.F. Hegel (1970), Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften I. Frankfurt/Main

G.W.F. Hegel (1970), Phänomenologie des Geistes Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften I. Frankfurt/Main

G.W.F. Hegel (1986), Wissenschaft der Logik I. Erster Teil. Die objektive Logik. Frankfurt/M.: Suhrkamp.

Baruch de Spinoza (2007), Ethik in geometrischer Ordnung dargestellt. Hamburg

Yirmiyahu Yovel (2012), Spinoza. Das Abenteuer der Immanenz. Göttingen

Eckart Förster / Yitzhak Y. Melamed (Hg.) (2012), Spinoza and German Idealism. Cambridge

Gilles Deleuze (1988), Spinoza. Praktische Philosophie. Berlin: Merve

Pierre Macherey (2011), Hegel or Spinoza. Minneapolis

Gregor Moder (2013), Hegel und Spinoza. Negativität in der gegenwärtigen Philosophie. Wien

Semester: ST 2024

Seminar Doppelsitzung

Hegel: Phänomenologie des Geistes

Seminar: Mi 09.00-11.00 Uhr und 11.00-13.00 Uhr

 Modul:

Vertiefungsmodul Geschichte der Philosophie (06-003-107-1) B.A. Philosophie 4. (PF)

Hegels „Phänomenologie des Geistes“ von 1807 gilt als einer der wichtigsten Texte der modernen Philosophie. Hegel hat sein Werk als eine Wissenschaft der Erfahrung des Bewusstseins und als eine Explikation des Weges verstanden, durch den das natürliche Bewusstsein zu Selbstbewusstsein kommt. Und durch den es sich in den realen und ideellen Bedingungen des Miteinanders als wahres Wissen des Geistes vollendet. Die Formen dieser Bewusstseinsbildung reichen von der sinnlichen Gewissheit und der Wahrnehmung, über das Selbstbewusstsein, die Vernunft und den Geist, die Religion und die Kunst bis zum absoluten Wissen. Diese Etappen des Bewusstseinsprozesses bilden sich im Aufbau des Werkes ab und so wollen wir uns in diesem Seminar intensiv und in kleinen Schritten mit dem ganzen Argumentationsgang der „Phänomenologie des Geistes“ auseinandersetzen.

Zur Anschaffung:

Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1986), Phänomenologie des Geistes. Frankfurt/M.: Suhrkamp

 Zur Vorbereitung:

Dieter Henrich/Hans Friedrich Fulda (1973), Materialien zu Hegels Phänomenologie des Geistes. Frankfurt/M.: Suhrkamp

Klaus Vieweg/ Wolfgang Welsch (2008), Hegels Phänomenologie des Geistes. Ein kooperativer Kommentar zu einem Schlüsselwerk der Moderne. Frankfurt/M.: Suhrkamp

Pirmin Stekeler (2014), Hegels Phänomenologie des Geistes. Ein dialogischer Kommentar. Band 1 und 2. Hamburg: Meiner

 

 


Semester: ST 2024

George Berkeley ist einer der radikalsten Vertreter des britischen Empirismus. Er treibt dessen Grundidee soweit auf die Spitze treibt, dass sie daran zu zerbrechen scheint: Wenn allein Erfahrung Fundament alles Wissens sein kann, Erfahrung aber etwas Geistiges ist, wie kann ich dann etwas über die Außenwelt wissen, wenn diese außerhalb meiner Erfahrung liegt? Um einen Skeptizismus zu vermeiden lehnt Berkeley ab, dass es eine materielle Außenwelt gibt. In Berkeleys resultierendem Idealismus ist Existieren nichts anderes als Wahrgenommenwerden: esse est percipii. Berkeleys Schriften wurde seitdem nicht nur für deren Stringenz und Radikalität gerühmt, sondern auch für deren unterhaltsamen und klaren argumentativen Stil. Wir werden uns in diesem Seminar dem Einführungskapitel von "A Treatise Concerning the Principles of Human Knowledge“ widmen, bevor wir die "Three Dialogues between Hylas and Philonous“ lesen werden. Bitte besorgen Sie sich zur ersten Sitzung den englischsprachigen Band von Oxford University Press in der Reihe „Oxford World’s Classics“, der beide Werke umfasst (ISBN: 978-0199555178, ca. 11 €).


Semester: ST 2023

Dies ist der Moodlekurs des Fachschaftsrates Philosophie.

Semester: WT 2022/23

Philosophieren mit Kindern stellt eine ganz eigene Herausforderung dar, bei der es unterschiedliche Ebenen des Gesprächsgeschehens gleichzeitig im Blick zu behalten gilt. In diesem Seminar werden wir uns damit auseinandersetzen, was „Philosophieren mit Kindern“ bedeuten und unter welchen Bedingungen es gelingen kann. Dabei werden wir uns zunächst mit theoretischen Positionen zu Möglichkeiten und Grenzen eines Philosophierens mit Kindern auseinandersetzen, bevor wir uns unterrichtspraktischen Herausforderungen und hilfreichen Methoden widmen.


Semester: ST 2021
Wichtige Mitteilung:
Aufgrund der COVID-19 Pandemie wird die Vorlesung am 5. Mai beginnen.
Um die verlorene Zeit aufzuholen, werden zwei Sondervorlesungen am 8. Mai und am 5. Juni angeboten!
In der Zeit vom 5.4. bis zum 5.5. empfehle ich die Lektüre der an den entsprechenden Terminen beigefügten Texte.
Ich werde versuchen, am 21. und am 28.4. Videokonferenzen einzurichten, in denen diese beiden Texte mit mir besprochen werden können.
Die übrigen Texte werden Sie mit den Ihnen zugewiesenen TutorInnen besprechen.

SoSe 2020 BA-Modul:  Rationales Argumentieren
VL I A: Einführung in die Wissenschaftsphilosophie, Di. 11-13 Uhr, HS 6 - ACHTUNG: Sondertermine am 8.5. und am 5.6.
Themen: Wissen – Irrtum – Formen des Wissens – Wissenschaft – Die metaphysischen Grundlagen der Natur- und der Geisteswissenschaften – Nominalismus/Essentialismus – Das System der Wissenschaften – Konstitution der Gegenstände einzelner Naturwissenschaften – Der Unterschied zwischen Natur- und Geisteswissenschaften.
Die Vorlesung ist für Hörer aller Fakultäten und für das Seniorenstudium offen.
Der Vorlesungsstoff wird in der Abschlussklausur des Moduls Rationales Argumentieren abgefragt.
Semester: ST 2020