Frühe Sachbildung

Erziehungswissenschaftliche Forschungsergebnisse weisen darauf hin, dass Kinder vom Vorschul- bis ins Grundschulalter in Beziehungen denken. Dazu gibt es im Grundschulfach Sachunterricht Anknüpfungspunkte, wie folgendes Zitat nahelegt: „Kinder leben bis in das Grundschulalter hinein in einer Beziehungswelt und sie entwickeln mehr oder minder brauchbare Theorien, um ihren Platz in der Welt verstehen zu können. Die Auseinandersetzung mit diesen Theorien und nicht deren Ignorierung wäre Aufgabe eines frühkindlichen Sachlernens.“ (Scholz 2010, S. 39) Im Seminar werden Grundlagen des kindlichen Sachlernens erarbeitet und auf (vor-)schulische sowie außerschulische Auseinandersetzungen von Kindern mit Sachen und Sachinhalten bezogen. Es wird auf den Bezugsrahmen Sachlernen (vgl. Pech/ Rauterberg 2008) eingegangen, in dem pädagogische Umgangsweisen hervorgehoben werden, die diskursive Dimensionen der verhandelten Sachen erschließbar machen. Die Umgangsweisen berücksichtigen kindliche Impulse und Fragen als Ausgangspunkt des Sachlernens und beziehen sich auf die erziehungswissenschaftliche Kindheitsforschung (vgl. Heinzel 2010). Im Seminar wird thematisiert, wie diese  pädagogische Unterstützung individueller sachbezogener Auseinandersetzungsformen von Vorschulkindern aussehen kann und wie der Übergänge in den Anfangsunterricht der Grundschule gestaltet werden können.

 


Modulbeschreibung

In diesem Modul werden Fach- und Methodenwissen zur Rekonstruktion und Analyse von Kindheit und Familie als soziale Konstrukte im historischen, kulturellen sowie gesellschaftlichen Kontext unter besonderer Berücksichtigung der Rolle frühkindlicher Institutionen vermittelt und Methoden, Untersuchungsdesigns sowie Instrumente der historischen und aktuellen Kindheitsforschung thematisiert. Zukünftige Szenarien im Bereich früher Bildung, Betreuung und Erziehung werden entworfen und hinsichtlich von Zielen, Inhaltenund Methoden früher Bildung und ihrer Institutionen kritisch diskutiert.