Das für alle Studierenden der Rechtswissenschaften ab dem vierten Semester - und nicht etwa nur des Schwerpunktbereichs 2 - konzipierte Kolloquium soll helfen, die Grundkenntnisse des Öffentlichen Rechts zu vertiefen und die Technik der Falllösung (Klausurtechnik) zu verbessern.

Warum ist ÖRecht so schwer?“ - aus dieser verzweifelten Frage von Studierenden ist das Konzept der Veranstaltung entstanden. Sie beginnt mit dem „warum“ und „wozu“ des Öffentlichen Rechts, d.h. dessen spezifischer Funktion. Daraus ergeben sich Unterschiede zur Prüfungssystematik eines Fallers im Zivil- und Strafrecht. In dem Kolloquium werden die Typen einer verwaltungsrechtlichen Klausur durchgemustert, Aufbau und Gliederungspunkte einer genaueren Betrachtung unterzogen und hinterfragt. Dabei werden typische Fehlerquellen und Fehlvorstellungen von Studierenden ausgemerzt, die dem Dozenten aus seiner langjährigen Erfahrung als Prüfer bekannt sind. Nebenbei fließt auch die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts zu klausurrelevanten Problemen des Verwaltungs- und Verwaltungsprozessrechts ein.

Wegen der von den Studierenden als bedrohlich empfundenen Fülle des prüfungsrelevanten Stoffs steht die netzwerkartige Verknüpfung des Wissens durch Herausarbeitung gemeinsamer Strukturen und Vermittlung einer übergreifenden Systematik im Vordergrund. Nicht die Anhäufung von Detailwissen, sondern die Entdeckung des roten Fadens durch die immer wiederkehrenden klassischen Fallkonstellationen des Öffentlichen Rechts ist das Ziel der Veranstaltung.

Weitere Informationen unter: www.ingokraft.de

Nach einem Überblick über das allgemeine Ausländerrecht (Erlaubnisvorbehalt, Aufenthaltstitel, Aufenthaltsbeendigung) werden das materielle Asyl- und Flüchtlingsrecht sowie das verwaltungsbehördliche und gerichtliche Asylverfahrensrecht einschließlich der jeweiligen europäischen und völkerrechtlichen Regelungsbezüge behandelt. Die systematische Darstellung des materiellen Flüchtlingsrechts umfasst das nationale Asylrecht (Art. 16a GG) und – vor allem - die unionsrechtlich geprägte Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft (§§ 3-3e AsylG) unter Berücksichtigung der Vorgaben in Art. 9-14 der RL 2011/95/EU (sog. Anerkennungs- bzw. Qualifikationsrichtlinie), die sich ihrerseits an der Genfer Flüchtlingskonvention orientieren. Sodann werden als nachrangiges Schutzsystem die Zuerkennung des unionsrechtlichen subsidiären Schutzes (§ 4 AsylG, Art. 15 ff. RL 2011/95/EU) sowie der nationale subsidiäre Abschiebungsschutz (Abschiebungsverbote des § 60 Abs.5 und 7 AufenthG) vorgestellt. Daran schließt sich eine detaillierte Erläuterung des Asylverfahrens vor dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) und seiner verwaltungsrechtlichen Besonderheiten aus praktischer Sicht sowie die möglichen Entscheidungsarten des BAMF samt der jeweiligen Auswirkung für den Asylbewerber an. Die Vorlesung beleuchtet darüber hinaus auch die bestehenden Rechtsschutzmöglichkeiten, die Grundzüge des Flüchtlingssozialrechts, Sonderformen des Asylverfahrens und die aktuelle Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts im Bereich des Asyl(verfahrens)rechts.

Hinweis: Die Vorlesung ist u.a. Teil des Ausbildungsprogramms der Refugee Law Clinic Leipzig. Dieses praxisorientierte Ausbildungsangebot ermöglicht eine fundierte theoretische und praktische Ausbildung im Asyl- und Flüchtlingsrecht, die die Studierenden befähigen soll, nach Abschluss des zweisemestrigen Ausbildungsprogramms unter Anleitung von Volljurist_innen Asylverfahrensberatung durchzuführen. Weitere Informationen erhalten Sie während der ersten Vorlesungsstunde und unter: http://www.rlcl.de

Gesetzestexte:

  • Beck -Texte: „Ausländerrecht", 34. Auflage 2019 oder
  • „Ausländerrecht, Migrations- und Flüchtlingsrecht", 15. Aufl. 2019/20 (Walhalla Fachverlag)

Literturhinweise (Auswahl):
  • Dietz, Ausländer- und Asylrecht, 3. Aufl., Baden-Baden 2019 (24,90 €)
  • Frings/Janda/Keßler/Steffen, Sozialrecht für Zuwanderer, 2. Aufl., Baden-Baden 2018 (48,00 €)
  • Göbel-Zimmermann/Eichhorn/Beichel-Benedetti, Asyl- und Flüchtlingsrecht, München 2017 (53,00 €)
  • Hailbronner, Asyl- und Ausländerrecht, 4. Aufl., Stuttgart 2016 (38,00 €)
  • Haubner/Kalin, Einführung in das Asylrecht, Baden-Baden 2017 (38,00 €)
  • Huber/Eichenhofer/Endres de Oliveira, Aufenthaltsrecht, München 2017 (59,00 €)
  • Tiedemann, Flüchtlingsrecht, Wiesbaden, 2. Aufl. 2019 (29,99 €)
  • Schwarz/Winzek, Aufenthalts- und Asylrecht, Heidelberg 2019 (21,00 €)
  • weitere Hinweise zu Ausbildungsliteratur werden im Laufe der Veranstaltung bekanntgegeben.

Aufgrund der aktuellen Situation wird mit dem Start der Präsenzveranstaltungen eine Verblockung der Vorlesung geplant; digitale Lehre wird nicht angeboten.

Teilnehmerkreis: Studierende der Rechtswissenschaften ab dem 4. Semester sowie Studierende des Studiengangs Sportwissenschaft bzw. Sportmanagement

Vorkenntnisse: Grundlagenkenntnisse in allen Kernrechtsgebieten

Inhalt: Das Sportrecht ist eine Querschnittsmaterie, welche Berührungspunkte zu allen Rechtsgebieten aufweist. In der Vorlesung erfolgt eine umfassende Einführung in diese Materie (s. Ablaufplan im Vorlesungsverzeichnis). Es ist beabsichtigt, im folgenden Wintersemester ein Seminar anzubieten, welches Spezialprobleme des Sportrechts zum Gegenstand hat. Dort können dann Leistungsnachweise erbracht werden.

Für die Schwerpunktbereichsvorlesung "Staatskirchen- und Religionsverfassungsrecht" wird beginnend ab dem 13.4.2020 bis zur Wiederaufnahme des Präsenzstudiums (nach derzeitigem Stand ab dem 4.5.2020) ein digitales Überbrückungsangebot über die

https://rozek.jura.uni-leipzig.de/lehrveranstaltungen/sommersemester-2020/#c45551

bereitgestellt. Die Vorlesungsgliederungen und Literaturübersichten (mit digitalen Verweisen) stehen bereits jetzt dort zum Download bereit. Weitere Materialien werden passwortgeschützt sein; Studenten (m/w/d) der Universität Leipzig können die Passwörter gegen Nachweis (Verwendung der universitären studentischen E-Mailadresse, Matrikelnummer) via E-Mail an sek.rozek(at)uni-leipzig.de abfragen.

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Titel der Veranstaltung: Religion und Recht - Staatskirchen- und Religionsverfassungsrecht

Art der Veranstaltung: Vorlesung

Dozent: Professor Dr. Jochen Rozek

Anzahl der Semesterwochenstunden: 2

Zeit und Ort: Mo. 09.00 – 11.00 Uhr, HS 14

Beginn: 13.04.2020

Teilnehmerkreis: Studenten ab dem 4. Semester, Studenten der Schwerpunktbereiche 1
und 2

Vorkenntnisse: Staatsrecht I und II

Inhalt: Das für die Ordnung des Verhältnisses zwischen Staat und Religionsgemeinschaften maßgebliche Recht in seinen Grundzügen (verfassungs- und vertragsrechtliche Grundlagen; Rechtsstellung der Kirchen und Religionsgemeinschaften; aktuelle religionsverfassungs-rechtliche Einzelfragen). Einzelne Aspekte der Materie sind regelmäßig Gegenstand auch der staatlichen Pflichtfachprüfung (vgl. die Originalexamensklausuren in JuS 2013, 1117 ff.; SächsVBI, 2015, 177 u. 203 ff.; JuS 2017, 446 ff.)

Literatur: Unruh, Religionsverfassungsrecht, 4. Aufl. 2018. Weitere Literaturhin-weise erfolgen in der ersten Veranstaltung.

Die optionale Ergänzungs- und Vertiefungsveranstaltung "Sächsisches Verfassungsrecht" wird – mit ggf. angepasstem Programm – aus Kapazitätsgründen erst nach Wiederaufnahme des Präsenzstudiums starten.

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Titel der Veranstaltung: Sächsisches Verfassungsrecht

Art der Veranstaltung: Vorlesung

Dozent: Professor Dr. Jochen Rozek

Anzahl der Semesterwochenstunden: 2

Zeit und Ort: Di. 13.00 – 15.00 Uhr, HS 10

Beginn: verschoben - siehe oben

Teilnehmerkreis: Studenten ab dem 4. Semester

Vorkenntnisse: Staatsrecht I und II

Inhalt: Behandlung der Grundstrukturen der Sächsischen Verfassung mit ihrem wesentlichen Inhalt als Teil des Pflichtfachstoffes der Ersten Juristischen Prüfung. Im Schwerpunkt werden – auch anhand von Fallbeispielen – folgende Themenbereiche besprochen: Inhalt und Umfang der Verfassungsautonomie der Länder im grundgesetzlichen Bundesstaat; Staatsstruktur- und Staatszielbestimmungen in der Sächsischen Verfassung; Verfassungsorgane und ihre Funktionen; wesentliche Verfahrensarten vor dem SächsVerfGH; Verhältnis zur Verfassungsgerichtsbarkeit des Bundes; Grundrechte der Sächsischen Verfassung in ihren Besonderheiten.

Literatur: Baumann-Hasske/Kunzmann (Hrsg.), Die Verfassung des Freistaates Sachsen, 3. Aufl. 2011. Weitere Literaturhinweise erfolgen in der ersten Veranstal-tung.

Titel der Veranstaltung: Geschichte und Theorie des Verfassungsstaates - Verfassungsgerichtsbarkeit: damals und heute -

Art der Veranstaltung: Vorlesung/Kolloquium mit Lektürekurs

Dozent: Dr. Alexander Brade

Anzahl der Semesterwochenstunden: 2 SWS

Zeit: Mi. 13.00 – 15.00 Uhr, Beginn: 06.05.2020 (geändert!), dann wöchentlich bis 15.07.2020 (außer am 13.05.2020)

Ort: Burgstr. 21, Raum 4.06

Bis auf Weiteres aber online über Zoom:

Zoom-Meeting beitreten mit folgendem Link:
https://zoom.us/j/96785324059?pwd=R1kyL2E0dDRjZno2Mml4cGNGc05Pdz09

Meeting-ID: 967 8532 4059
Passwort: Esra

Teilnehmerkreis: Studierende ab dem 2. Fachsemester, Wahlfach im SPB 1 (Grundlagen des Rechts) und SPB 2 (Staat und Verwaltung), Grundlagenfach

Sonstige Hinweise: Es besteht die Möglichkeit zum Erwerb eines SQ-Scheins durch Halten eines mündlichen Kurzvortrags. Am Ende des Semesters wird eine Abschlussprüfung zum Erwerb des Grundlagenscheins angeboten. Dafür ist eine Einschreibung in AlmaWeb erforderlich.

Inhalt

Erfüllung, Leistung an Erfüllungs Statt und erfüllungshalber, Recht des bargeldlosen Zahlungsverkehrs, Hinterlegung und Selbsthilfeverkauf, Aufrechnung, Verrechnung, Kontokorrent, Erlass, Aufhebungsvertrag, Vergleich, Novation, Konfusion


Anzahl der Semesterwochenstunden: 1

Zeit und Ort: geblockt, 29. Mai 2020 ganztags (ggf. als Webkonferenz durchgeführt)

Teilnehmerkreis: Studierende der Rechtswissenschaften, insbesondere der Vorlesung "Europäisches Migrationsrecht" sowie alle am europäischen Migrationsrecht Interessierten

Vorkenntnisse: Grundkenntnisse im Migrations- und Europarecht

Inhalt: Das Kolloquium in englischer Sprache ergänzt die Vorlesung zum europäischen Migrationsrecht. Es richtet sich primär an Studierende der Rechtswissenschaften, steht aber auch Studierenden anderer Fachrichtungen offen, die sich mit aktuellen Fragen des europäischen Migrationsrechts in vertiefter und kritisch-reflexiver Weise auseinandersetzen möchten. Die Teilnehmerzahl ist auf 20 Studierende begrenzt.

Literatur: themenspezifisch

Freigegeben für folgende Schwerpunktbereiche: SPB 4