Das Projekt Leonie verfolgt das Ziel, Studierende möglichst früh mit dem juristischen Niveau vertraut zu machen, das in Examensklausuren erwartet wird. Dazu wählen wir Original-Examensklausuren aus, die von den Rechtsmaterien her von mittleren Studiensemestern bewältigt werden können (d.h. sich im Wesentlichen in den ersten drei Büchern des BGB bewegen).
Für jede Leonie-Veranstaltung wählen wir eine Klausur aus, deren Sachverhalt zu Beginn der Veranstaltung an die Teilnehmer ausgeteilt wird. Die Teilnehmer haben dann zwischen 75 und 90 Minuten Zeit, zu diesem Sachverhalt eine Lösungsskizze zu erstellen, die so ausgereift sein muss, dass man sie sofort verschriftlichen könnte -- es darf also keine Rechtsfrage offen bleiben, und alle Zweifels- und Streitfragen sollten als solche markiert und die eigene Entscheidung mit Gründen skizziert sein.

In dieser Ausarbeitungsphase können die Teilnehmer, wenn sie wollen, auf verschiedene Hilfsmittel zurückgreifen:

* Sie können die Klausur in einem separaten Raum als Team bearbeiten (Vorsicht: Viele Augen sehen mehr, aber viele Münder verquatschen sich auch gerne. Die Zeit ist für Teams genauso begrenzt wie für Einzelkämpfer -- nur konzentriertes Arbeiten bringt hier Vorteile).

* Sie können "Spickzettel" nutzen, die wir für Sie erstellt haben. Es gibt Spickzettel in verschiedenen Graden, von subtilen Andeutungen bis zu massiven Hilfestellungen.

Was Sie zu Hilfe nehmen, liegt bei Ihnen: Sie können das Maximum an Hilfen ausschöpfen, aber sie können auch die Klausur unter Examensbedingungen ganz ohne Hilfen versuchen.

Nach den 90 Minuten schließt unmittelbar die Besprechung an: Für sie ist ausreichend Zeit eingeplant, so dass wir die Lösung in Ruhe erarbeiten und ich den einen oder anderen Aspekt etwas vertieft erläutern kann. Und es darf diskutiert werden: Sie haben ja ihre Überlegungen, warum etwas so und nicht anders gemacht werden soll, erst wenige Minuten zuvor angestellt und sind daher noch voll im Fall.


Semester: ST 2017