Physik ist mathematische Naturbeschreibung. Am fulminanten und bis heute fortwirkenden Beginn dieses erstaunlichen Programms stehen die Arbeiten von Galilei, Kepler, Newton und anderen Naturforschern des 17. Jahrhunderts. Sie entdeckten nicht nur erste Beispiele für das, was wir heute unter physikalischen Naturgesetzen verstehen, sondern zu einem guten Teil auch das, was wir heute unter naturwissenschaftlicher Methodik verstehen, und damit einen probaten Weg, bleibende Erkenntnisse zu gewinnen und zu akkumulieren, insbesondere auch in Bereichen, die nicht der unmittelbaren Anschauung zugänglich sind. Die Vorlesung nimmt diese Arbeiten als Ausgangspunkt für eine überblicksartige Darstellung des auf sie aufbauenden theoretischen Rahmens zur Beschreibung klassischer Dynamik, der vornehmlich mit den Namen Lagrange, Hamilton und Jacobi verbunden ist und am Ende in die Einsicht mündet, dass die Mechanik als ``strahlenoptischer Grenzfall'' einer relativistischen Wellengleichung verstanden werden kann. Die Vorlesung bereitet damit die Basis, auf der alle weiteren Theorievorlesungen aufbauen.