Universtität Leipzig

PD Dr. phil. Melanie Morisse-Schulbach

V: Globalisierung und Ökonomisierung I

SS 2014

MI 15.15-16.45 Uhr

Raum HSG HS 12

 

Die internationalen Beziehungen sind immer weniger internationale Staatenbeziehungen, denn internationale Beziehungen zwischen Wirtschaften und Gesellschaften. „Ent-Stofflichung“, „De-Territorialisierung“ oder „De-Nationalisierung“ sind Begriffe, die eine „neue Weltwirtschaft“ zu beschreiben versuchen, in der das Ordnungsmodell des Staates von vielen als Auslaufmodell politischer Steuerungsmöglichkeit angesehen wird (territoriale Staaten – globale Märkte). Stattdessen geschieht politische Steuerung immer häufiger in und durch Institutionen der Global Governance. Deren Legitimität jedoch scheint in dem Maße infrage gestellt wie sie an Steuerungsfähigkeit dazugewinnen.

 

Die Vorlesung führt in das Verhältnis von Politik und Wirtschaft in den internationalen Beziehungen in drei Abschnitten ein: nachdem empirische Kennziffern der neuen Weltwirtschaft (Ökonomisierung) sowie wissenschaftliche Zugänge ihrer Analyse (Globalisierung) vorgestellt wurden, werden die politischen und wirtschaftlichen Steuerungsmöglichkeiten von Global Governance behandelt, wobei die so genannten Bretton Woods Institutionen WTO, IWF und Weltbank in den Sachbereichen Handel, Währung/Finanzen sowie Entwicklung im Zentrum stehen sollen. Auswirkungen von Globalisierung und Ökonomisierung werden in einem abschließenden Teil anhand der Themen Vergesellschaftung (society strikes back), (Un)Gerechtigkeit und Legitimität(sdefizite) von Global Governance skizziert. 

Semester: ST 2014