Die Gegenstände der Politischen Theorie und Ideengeschichte sind (fast immer) Texte, und diese Texte stammen (sehr oft) aus Kontexten und Epochen, die nicht mehr die unsrigen sind. Wie für alle anderen historischen Gegenstände gilt auch für die politischen Begriffe und Theorien, dass sie nicht einfach vorgefunden, sondern erst im methodischen und interpretatorischen Zugriff konstruiert und rekonstruiert werden. Aber wie sieht die Logik dieser historischen Konstruktion aus und welche Verfahren sichern ihre Verbindlichkeit? Wie politisch ist dieser Prozess selbst? Welche Annahmen über die Intentionen der historischen Akteure und die Kontexte politischer Texte leiten zu Recht oder Unrecht heutige Versuche an, einfach nur zu „verstehen“, was in vergangenen Zeiten getan und gesagt wurde? Eine Vielzahl neuerer theoretischer Ansätze gibt eine Reihe von (oftmals nur schwer vereinba-ren) Antworten auf diese Fragen. Ein Ziel des Kolloquiums soll es sein, einen Sinn für die Pluralität möglicher Zugänge zur Theoriegeschichte des Politischen zu gewinnen.

Semester: WT 2014/15