Seminar im Sozialpsychologischen Master-Modul "Gruppenprozesse und soziales Handeln"

Es ist eine populäre Annahme, dass Radikalisierung in Gruppen in Zeiten gesellschaftlicher oder persönlicher Bedrohung zunimmt (s. z.B. Erklärungen des Rechtsradikalismus). Im Seminar gehen wir dieser These und möglichen sozialpsychologischen Prozesserklärungen nach. Im Mittelpunkt stehen hierbei Theorien, die erhöhtes gruppenbasiertes Denken und Handeln unter Bedrohung über das Wirken unterschiedlicher psychologischer Grundmotive erklären. Außerdem diskutieren wir die Randbedingungen dieser Effekte, unterschiedliche Formen ethnozentrischer Reaktionen (z.B. ingroup bias, soziale Diskriminierung, kollektives Handeln) und die Implikationen dieser Forschung für die Erklärung und Veränderung gesellschaftlicher Realität. Neben zentralen Konzepten des Forschungsgebiets Radikalisierung (wie der „Staircase to Terrorism“ oder der „Quest for Significance“) prüfen und diskutieren wir auch spezifische sozialpsychologische Ansätze auf ihre Tauglichkeit zur Erklärung einer der dunkelsten Seiten von Intergruppenbeziehungen.