Wenn Menschen auf die Straße gehen und in verschiedenen, oft kreativen Praktiken ihren Unwillen kundtun, kommen die Geograph:innen der Social Movement Studies ins Spiel: Sie befassen sich damit, wie Proteste und Soziale Bewegungen Lautstärke entwickeln und was Menschen auf die Straßen zieht; Forschende untersuchen Gemeinsamkeiten und Unterschiede „regionaler“ Phänomenen, wie die Proteste gegen Rechtsextremismus hierzulande, gegen Korruption in Serbien, oder auch der Black-Lives-Matter Demonstrationen, bei denen ein Thema Protestereignisse an unterschiedlichen Orten auf der ganzen Welt hervorruft.

Das Seminar legt dabei zunächst die begrifflichen Grundlagen, und wir erarbeiten, was Protest, Riots und Soziale Bewegungen eigentlich ausmacht und unterscheidet. Wie haben sie sich in der Vergangenheit entwickelt und mit welchen Folgen bspw. für die Demokratie? Welche Entwicklungen erwarten uns bezüglich der genannten Begriffe in der globalisierten Welt? Welche Beispiele gibt es für Soziale Bewegungen und Proteste vor unserer eigenen Haustür – bspw. in Leipzig?

Es wird ausführlich besprochen, welche Rolle ein geographischer Blickwinkel bei der Betrachtung der unterschiedlichen öffentlich ausgetragenen Konflikte spielt. In Gruppen-Referaten zu selbst gewählten Fallbeispielen führt dieser Punkt als Roter Faden durch das Seminar. Weiterhin ist die Frage wichtig, wie Wissenschaftler*innen ihre eigene Rolle in der Erforschung von Protesten und Sozialen Bewegungen reflektieren und welchen Einfluss sie – bewusst oder unbewusst – auf Protestereignisse und deren Thematisierung in der Wissenschaft nehmen.

Schwerpunkt liegt im Seminar neben der gemeinsamen Erarbeitung der umrissenen Inhalte auch auf der ausführlichen Vorbereitung der anzufertigenden Hausarbeit, also dem wissenschaftlichen Schreiben.

Die zugehörige Exkursion ist am 4.7.2025 auf dem Rad und zu fuß geplant und führt durch Leipzig.

Semester: SoSe 2025