- Trainer/in: Peter Dils
- Trainer/in: Jana Helmbold-Doyé
Die Kommunikation mit dem Göttlichen ist zeit- und kulturübergreifend ein überaus wichtiger Teil fast aller Religionen. In Ägypten wie in anderen Regionen sind der Hymnus und das Gebet die klassischen kommunikativen Akte, mit denen sich der Mensch an die Gottheit wendet. Form, Inhalt, Motivation und Situation von Hymnus und Gebet können dabei sehr unterschiedlich sein; auch ist eine klare Abgrenzung beider Gattungen gegeneinander nicht immer einfach.
Wann ist ein Text nun ein Hymnus oder ein Gebet, welche Kriterien müssen dazu erfüllt sein? Wer betet wann und wo oder preist die Gottheit – und aus welchen Beweggründen? Anhand von Textbeispielen (für fachfremde Studierende in Übersetzung) werden wesentliche Merkmale und Themen ägyptischer Hymnen und Gebete aufgearbeitet und mit entsprechenden Beispielen aus anderen Kulturen verglichen. Dabei werden auch die materielle Form und der Kontext der Überlieferung der jeweiligen Textzeugen miteinbezogen und die performativen Elemente ägyptischer Gebete und Hymnen analysiert.
Literatur:
J. Assmann, Ägyptische Hymnen und Gebete: übersetzt, kommentiert und eingeleitet, 2. überarb. und erw. Aufl., Orbis Biblicus et Orientalis ([sonderband]), Freiburg (Schweiz)/Göttingen 1999.
C. Knigge Salis/M.M. Luiselli /J.F. Quack/M. Müller/A. Dorn/L. Popko/D. Arpagaus, Ägyptische Hymnen und Gebete, in: B. Janowski/D. Schwemer (Hg.), Hymnen, Klagelieder und Gebete. Texte aus der Umwelt des Alten Testaments, Neue Folge 7, Gütersloh 2013, 145–272.
M.M. Luiselli, Das Bild des Betens: Versuch einer bildtheoretischen Analyse der altägyptischen Anbetungsgestik, in: Imago Aegypti 2, 2008, 87–96.
D. Meeks, La prière en Égypte: entre textualité et oralité, in: G. Dorival/D. Pralon (Hg.), Prières méditerranéennes hier et aujourd'hui: actes du colloque organisé par le Centre Paul-Albert Février (Université de Provence-C.N.R.S.) à Aix-en-Provence les 2 et 3 avril 1998. Textes et documents de la Méditerranée antique et médiévale 1. Aix-en-Provence 2000, 9–23.
- Trainer/in: Holger Kockelmann
Eines der faszinierendsten, wenngleich auch befremdlichsten Phänomene der ägyptischen Religion ist der Tierkult. Das Tier als Repräsentant und Manifestation des Göttlichen ist seit Beginn der ägyptischen Kultur von zentraler Wichtigkeit, doch nimmt die Bedeutung von Tieren im Ritualgeschehen der Tempel seit etwa dem 7. Jahrhundert v. Chr. exorbitant zu. Millionen Tierbestattungen sowie zahllose Text- und Bildquellen lassen das enorme Ausmaß des ägyptischen Tierkultes erkennen.
Die Veranstaltung vermittelt einen Überblick zur Geschichte, Verbreitung und zu den unterschiedlichen wissenschaftlichen Theorien bezüglich des Sinns und der Funktion des Tierkultes. Im Übungsteil sollen ausgesuchte archäologische, ikonographische und philologische Quellen zum Tierkult wissenschaftlich bearbeitet, in einen größeren Kontext gestellt und dann in allgemeinverständlichen Texten für ein breiteres Publikum erschlossen werden.
Literatur:
D. Kessler, Die heiligen Tiere und der König, Teil I: Beiträge zu Organisation, Kult und Theologie der spätzeitlichen Tierfriedhöfe, Ägypten und Altes Testament 16, Wiesbaden 1989.
M. Fitzenreiter, Tierkulte im pharaonischen Ägypten, Ägyptologie und Kulturwissenschaft 5, München/Paderborn 2013.
M. Fitzenreiter (Hg.), Tierkulte im pharaonischen Ägypten und im Kulturvergleich: Beiträge eines Workshops am 7.6. und 8.6.2002, Internet-Beiträge zur Ägyptologie und Sudanarchäologie 4, London 2005.
S. Ikram, Divine creatures: animal mummies in ancient Egypt, überarbeitete Aufl., Kairo 2015.
- Trainer/in: Holger Kockelmann
- Trainer/in: Billy Böhm
- Trainer/in: Billy Böhm
- Trainer/in: Billy Böhm
- Trainer/in: Katharina Stegbauer
- Trainer/in: Katharina Stegbauer
- Trainer/in: Nadja Braun