Schule und Unterricht ist in modernen Gesellschaften immer auch mit dem Versprechen verbunden, gleiche Chancen auf Teilhabe zu ermöglichen. Schule soll somit im weitesten Sinne inklusiv sein und über die Schulpflicht hinaus, durch spezifische pädagogische Angebote und Arrangements, allen Schülerinnen und Schülern gleiche Möglichkeiten bieten. Nicht erst seit der Veröffentlichung der ersten PISA-Studien wird diskutiert, ob Schulen dieses Versprechen einlösen oder nicht vielmehr ständig Ungleichheiten und Ungleichzeitigkeiten produzieren. Im Seminar soll das Verhältnis von Inklusion und Exklusion im Schulsystem – über den engen Bereich der Sonderpädagogik hinaus – diskutiert werden. Dabei steht das Spannungsverhältnis zwischen inklusiver Vielfalt – wie es beispielsweise in Debatten um die Integration Schülerinnen und Schülern unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft aufgerufen wird – und exklusiver Exzellenz – wie sie sich beispielsweise in der Forderung nach Schulprofilierungen und Elite-Schulen ausdrückt – im Mittelpunkt des Seminars.