Ausgehend von der Diskussion um die gegenwärtige Fragmentierung der Gesellschaft, soll in diesem Blockseminar der Blick für die Herausforderungen von Gleichheit und Ungleichheit in einer Demokratie geschärft werden. Ziel des Seminars ist es, Ideen zu entwickeln, welche Formen der Gleichheit und welche Formen der Ungleichheit demokratische Gesellschaften brauchen. Politische und rechtliche Gleichheit gehören zu den Kernversprechen der Demokratie. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen durch gleiche Teilhabechancen und Partizipationsmöglichkeiten an den Prozessen politischer Entscheidungen Anteil haben können. Auf der empirischen Ebene liegt jedoch offenbar zutage, dass dieses zentrale Versprechen noch nie eingelöst war und auch bis heute noch nicht ist. Ungleichheiten auf dieser Ebene können Demokratien durchaus destabilisieren. Aber lassen sich auch Ungleichheiten denken, die in Demokratien produktiv wirken können?

In dem Seminar werden grundlegende Texte zur Gleichheit, insbesondere aus der modernen Demokratietheorie gelesen (z.B. Bonnie Honig, Iris Marion Young, Pierre Rosanvallon, Etienne Balibar). Es sollen jedoch auch Schriften aus anderen Disziplinen hinzugezogen werden, wie z.B. literarische Texte von James Baldwin, Toni Morisson und Chimamanda Ngozi Adichie. Auch soll in dem Seminar ein Seminartag in Dresden vorbereitet werden, der mit Bini Adamczak durchgeführt werden wird. Deswegen werden in dem Blockseminar zentrale Fragen der Schriften Adamczaks diskutiert und auch mit ihr die Begriffe von (Un-)Gleichheit und Solidarität näher beleuchtet werden.


Semester: ST 2020