Seit der Königszeit wurden in Rom aus ganz unterschiedlichen Anlässen
Tempel zur kultischen Verehrung der Götterwelt erbaut. In ihrer Errichtung
hatten die einzelnen Auftraggeber zugleich ein geeignetes Medium, um sich
innerhalb der jeweiligen innen- und außenpolitischen Situation zu
positionieren. Die Sakralbauten sind nicht nur Zeichen des allmählichen
Aufstieg Roms zur Weltmacht, sondern sie stehen ebenso für die inneren
Rivalitäten und Krisen. Im Seminar dient die Tempelarchitektur dazu, die
kulturgeschichtliche Entwicklung Roms beginnend von der Königszeit bis zum
Prinzipat des Augustus nachzuvollziehen. Über die Baubefunde, Architekturteile,
schriftlichen und numismatischen Zeugnisse werden die Bauten aus den einzelnen
Phasen zunächst rekonstruiert und anschließend in ihrem kulturhistorischen
Kontext verortet. Den Studierenden sollen neben den spezifischen
Charakteristika von Sakralarchitektur (Bautypologie, -ornamentik, -technik)
wichtige Kenntnisse zur Geschichte und Topographie Roms vermittelt werden.
Kursinformation
Semester: SoSe 2020