
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die verschiedenen Stadien und Aspekte von Kindheit im Römischen Reich. Wir behandeln Schwangerschaft und Geburt ebenso wie das Kleinkindalter, die Phase von Schule oder Ausbildung und schließlich das Ende der Kindheit, das bei den frei geborenen Mädchen durch die Heirat markiert wurde. Außer vom Geschlecht wurde das Schicksal eines Kindes vor allem durch seinen sozialen Status bestimmt. Die meisten Zeugnisse beziehen sich auf den Nachwuchs der oberen Schichten, weshalb diese den größten Raum in der Vorlesung einnehmen werden. Daneben sollen jedoch auch die Kinder der anderen gesellschaftlichen Gruppen behandelt werden: Kinder von Barbaren, von Sklaven und – vom anderen Ende der Skala – des Kaiserhauses.
Einführende Literatur: P. N. Stearns, Childhood in World History (New York 2006); J. E. Grubbs – T. Parker (Hrsg.), The Oxford Handbook of Childhood and Education in the Classical World (Oxford 2013); J. D. Uzzi, Children in the Visual Arts of Imperial Rome (Cambridge University Press 2005); A. Backe-Dahmen, Innocentissima Aetas. Römische Kindheit im Spiegel literarischer, rechtlicher und archäologischer Quellen des 1. bis 4. Jahrhunderts n. Chr. (Mainz 2006); C.-M. Behling, Kinderdarstellungen in der Spätantike und im frühen Christentum (Wien 2016); C. Hennessy, Images of Children in Byzantium (Farnham 2008).