Die Human-Animal Studies sind ein interdisziplinäres Forschungsfeld, das Ende des 20. Jahrhunderts im anglo-amerikanischen Raum entstand und sich seit der Jahrtausendwende allmählich auch im deutschsprachigen Raum etabliert. Hauptgegenstand ist die Beziehung zwischen Menschen und Tieren. Das kann in allen möglichen Bereichen thematisiert werden; für die Klassische Archäologie interessant sind z. B. bildliche Darstellungen von Tieren (und Menschen). Sie können daraufhin analysiert werden, welche Vorstellungen die Gesellschaft, die diese Bilder produzierte, hatte: sah man Tiere als nützlich an oder eher als Bedrohung? Welche Tiere wurden überhaupt dargestellt? Wie sah die ideale Beziehung zwischen Mensch und Tier aus? Welchen symbolischen Wert konnten Tiere haben?

Diese und andere Fragen sollen in der Vorlesung in Bezug auf die griechische Antike besprochen werden. Nach einer Einführung in die Theorie der Human-Animal Studies werden nacheinander die Beziehungen der Griechen zu verschiedenen Tiergruppen abgehandelt (Meereswesen, Vögel, Wild, Raubtiere, Hunde, Pferde, Vieh u.a.). Dabei soll auch gezeigt werden, dass die griechische Antike kein monolithischer Block ist, sondern dass das Verhältnis zu (bestimmten) Tieren zeitspezifischen Veränderungen unterliegt,

Die Vorlesung wird wöchentlich als pdf in Moodle eingestellt. An drei Terminen biete ich zusätzlich eine Diskussionsrunde über Zoom an.


Semester: WiSe 2020/21