Etruskische Aschenkisten wurden in hellenistischer Zeit von Mitgliedern der etruskischen Mittelschicht in unterirdischen Familienkammergräbern aufgestellt. Die Vorderseiten der Aschenkisten waren mit Reliefdarstellungen meist mythologischer Themen geschmückt, oftmals haben sich hier noch reiche Bemalungsreste erhalten. Die Rückseiten blieben durch die Aufstellung der Aschenkisten bedingt unbearbeitet. Die Deckelaufsätze zierten eine meist lagernde männliche oder weibliche Figur. Aufgemalte Inschriften gaben den Namen des Verstorbenen und seine Abstammung bekannt. Etruskische Aschenkisten wurden in den drei großen Produktionszentren Chiusi, Perugia und Volterra hergestellt und konnten in Tuffstein, Travertin, Alabaster oder Terrakotta gefertigt sein. Der plastische Figurenschmuck der Exemplare aus Terrakotta wurde mit Hilfe von Matrizen hergestellt und war somit als Massenware verfügbar.

Im Studiendepot der Dresdener Skulpturensammlung befinden sich sechs etruskische Aschenkisten aus Terrakotta, die Georg Treu in den 1880er Jahren für das Museum erworben hatte. Nach einem allgemeinen einführenden Übungsteil fokussieren die Studierenden im zweiten Teil des Semesters die Dresdener Sammlungsobjekte und wenden so ihr erworbenes Wissen auf Originale an. In diesem Zusammenhang werden sie auf Grundlage der Inventarbucheinträge und Einzelakten auch zu den Provinienzen der Dresdener Exemplare recherchieren.
Die Ergebnisse dieser Untersuchungen werden im Rahmen einer Eintagesexkursion nach Dresden in Form von Referaten an den originalen Aschenkisten präsentiert und gemeinsam diskutiert. Dabei stehen verschiedene Aspekte wie die dargestellten Bildthemen, die Auswertung der Inschriften und die Analyse der Farbgebung vor Ort, sowie spezifische Forschungsansätze im Fokus. Im weiteren Verlauf der Lehrveranstaltung werden kurze Schreibübungen zu den Objekten durchgeführt. Auf dieser Basis wird jede/r Studierender bis zum Semesterende eine Fragestellung für die anzufertigende Hausarbeit zu den etruskischen Aschenkisten der Dresdener Skulpturensammlung ausformuliert haben.

Semester: SoSe 2021