Als thematische Ergänzung zur Vorlesung stehen im Seminar die materiellen Überreste römischer Bestattungen zwischen der späten Republik und der römischen Kaiserzeit im Zentrum. Die Erinnerung (memoria) an Verstorbene stellte innerhalb der Gesellschaften zur Zeit der römischen Republik und im imperium Romanum einen zentralen Bestandteil sozialen Lebens dar. Die zum Teil bis heute erhaltenen Grabbauten zeugen von einem unvergleichlichen Aufwand, der betrieben wurde, um dem Anspruch auf Repräsentation und Bewahrung der Erinnerung gerecht zu werden. Das Gros der Bauten bewegte sich innerhalb eines festgeschriebenen typologischen Spektrums, das im ersten Teil des Seminars im Vordergrund steht. Die archäologischen Kontexte der Bauten und Bestattungen stellen den zweiten Schwerpunkt dar. Um die Bauten in einer möglichst umfassenden kulturgeschichtlichen Breite erfassen zu können, werden schließlich auch die Inschriften, die sie tragen, systematisch in die Betrachtung einbezogen. Daher sind Kenntnisse des Lateinischen von Vorteil. 

Am Ende des Seminars kennen die Studierenden zum einen die typologische Varianz der Grabbauten auf der italischen Halbinsel und ihre diachrone Entwicklung. Sie können die Bauten fachterminologisch korrekt bezeichnen und beschreiben und sind in der Lage, sie auf Basis der Forschung kulturgeschichtlich einzuordnen. Es ist vorgesehen, dass die Veranstaltung zunächst mit einer digitalen Einführung in die Thematik beginnt. Die Referate sollen in Form hybrider Veranstaltungen mit Präsenzanteil für alle Teilnehmer*innen durchgeführt werden.

Semester: SoSe 2021