Der Umgang mit Tod und Verlust führte seit der Frühzeit der Kulturen im Mittelmeerraum zu vielgestaltigen materiellen Zeugnissen, die sich bis heute in Form von gebauter Architektur, Bezirken mit figürlich dekorierten Grabmarkierungen (semata) und Beigaben unterschiedlicher materieller Wertigkeit erhalten haben. Als thematische Ergänzung zur Vorlesung wird im Seminar diese Thematik für den Zeitraum des späten 4. bis 1. Jhs. v. Chr. in den Blick genommen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie sich auf Basis der materiellen Überreste Ansatzpunkte für eine Bestimmung lokaler Spezifika und überregionaler Konstanten der Grabkulturen im griechischen bzw. ägäisch-kleinasiatischen Raum (z. B. Myrina, Rhodos), Nordafrika (z. B. Alexandria, Kyrene) und Süditalien (Tarent) gewinnen lassen und welche Rückschlüsse sich aus den materiellen Zeugnissen für die mit den Bestattungen verbundenen Praktiken gewinnen lassen.
Am Ende des Seminars haben die Studierenden einen fundierten Überblick über die unterschiedlichen Formen materieller Hinterlassenschaften, die aus dem Kontext hellenistischer Bestattungen bekannt sind. Sie kennen Referenzkontexte von Nekropolen des antiken Mittelmeerraums. Sie können Objekte und Kontexte fachterminologisch und unter Verwendung adäquaten Bildmaterials korrekt präsentieren und sind in der Lage, auf dieser Basis Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Befunde zu erkennen.
- Trainer/in: Jörn Lang