Nach dem Ende des Zweiten Punischen Kriegs fasste Rom den Entschluss, die gesamte Iberische Halbinsel einzunehmen. Doch war die Okkupation begleitet von einheimischen Widerständen und mehreren Rückschlägen, so dass sie insgesamt fast zwei Jahrhunderte andauern sollte. Neben dem langsamen Vorankommen der römischen Invasoren diente Hispanien zudem als ein Austragungsort der römischen Bürgerkriege. Erst unter Augustus gelang es, die gesamte Halbinsel zu befrieden und administrativ in die drei Provinzen Baetica, Lusitania und Tarraconensis neu zu organisieren.
Die römische Eroberung Hispaniens ist Gegenstand des interdisziplinären Moduls "Geschichte und Visualität in der Klassischen Antike". In diesem Seminar liegt der Schwerpunkt auf den archäologischen Hinterlassenschaften, um mit deren Hilfe jenen Prozess näher zu beleuchten, der durch die römische Annexion zwangsläufig auf der Iberischen Halbinsel in Gang gesetzt wurde: Welche Maßnahmen wurden möglicherweise seitens Roms zur Kontrolle der eroberten Gebiete ergriffen, und wie reagierte die ortsansässige Bevölkerung auf die neuen Machthaber? Welche Veränderungen und Transformationen lassen sich im Denkmälerbestand (Architektur, Plastik, Münzen etc.) sowie im Siedlungswesen beobachten, und wie sind diese Phänomene zu deuten?