In diesem Kurs beschäftigen wir uns mit Infektionskrankheiten als Teil der menschlichen Lebenserfahrung. Der Fokus liegt auf den epidemischen und pandemischen Infektionskrankheiten der Menschheitsgeschichte und den religiösen Reaktionen auf diese. Dazu stellen wir uns die Fragen, wie Krankheiten im religiösen Kontext unterschiedlicher Kulturen konzeptualisiert wurden: wie wurden sie begründet, was konnte und durfte der Mensch gegen sie tun? Wir betrachten die unterschiedlichen Arten von Gottheiten und Ritualen, die mit epidemischen Krankheiten und ihrer Abwendung und Bekämpfung in Verbindung gebracht wurden. Ein Schwerpunkt wird dabei auf dem Kontext zwischen Krankheit-Umwelt-Mensch und der transkulturellen Wissenstransmission liegen. Dazu studieren wir u.a. den Umgang mit den Pocken, Malaria und der Pest. Bei der zentralen Fragestellung, ob Religion eher förderlich oder hemmend für die Entwicklung effektiver Medizinkonzepte war, werden wir insbesondere auch die politische Instrumentalisierung von Krankheit und Krankheitsbekämpfung bis zur Gegenwart thematisieren.


Semester: ST 2022