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Die Bereiche Bilden und Vermitteln zählen in der verbindlichen Definition des Ortes »Museum« durch das International Council of Museums (ICOM) zu den Kernaufgaben dieser Institutionen. Im Zuge der zunehmenden Bedeutung des «lebenslangen Lernens« kommt diesem Bereich ein immer höherer Stellenwert zu. Große Herausforderungen liegen in der gesteigerten Heterogenität des Publikums. In Leipzig war seit Einrichtung der archäologischen Lehrsammlung im Jahre 1840 das Antikenmuseum an all seinen Standorten immer auch zugleich Ort einer Begegnung zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit. Da Objekte nicht einfach für sich selbst sprechen, zählt die personale Vermittlung über Gesprächs-und Führungsformate zu den grundlegenden Angeboten. Ansatzpunkt war dabei lange Zeit eine humanistisch geprägte Selbstvergewisserung des primär bürgerlichen Publikums. Der signifikante Wandel solcher Traditionen im 21. Jahrhundert hat daher auch unmittelbare Folgen. Nach einem einführenden Block in aktuelle Tendenzen der Kommunikation in und über Museen, entwickeln die Studierenden auf Basis sprachlicher Vermittlung, Zeigen und Anleitung zur WahrnehmungFormate der direkten Interaktion. Bei ihnen sollen Orientierung an Teilnehmer:innen sowie Anstoß zu individueller Aneignung durch Partizipation im Vordergrund stehen. Sie werden für die Zielgruppe erwachsener Museumsbesucher:innen ausgearbeitet und am Ende des Semesters präsentiert. Die Studierenden üben damit eine grundlegende Technik der Bestandsvermittlung ein. Sie lernen, sich kulturgeschichtliche Zusammenhänge zu erschließen und diese mit Hilfe von Objekten einer Gruppe mit einem unterschiedlichen Grad an Vorkenntnissen zu präsentieren. Dadurch reflektieren sie das Antikenmuseum als Ort des Dialogs zwischen archäologischen Wissenschaften und Gesellschaft. |
- Trainer/in: Jörn Lang