Die Bezeichnung der Stadt Rom als caput mundi, als »Hauptstadt der Welt«, ist das Ergebnis einer langen Siedlungsgeschichte und vielfachen Überformung städtischer Strukturen, die bis in die heutige Zeit andauert. Die frühen Spuren sind daher besonders häufig verloren oder haben sich nuräußerst fragmentarisch erhalten. Sie sind aber bereits in römischer Zeit selbst wichtige Referenzpunkte für die Erklärung der späteren Entwicklung hin zum Imperium Romanum. Im Seminar wird der Blick auf die Frühzeit der städtischen Entwicklung Roms geworfen, von ersten Siedlungsaktivitäten, dem Prozess der Stadtwerdung bis hin zu etruskischen und griechischen Einflüssen auf das urbane Erscheinungsbild während der römischen Republik. Dies umfasst den Zeitraum des 8. Jahrhunderts v. Chr. bis in die Zeit der mittleren Republik. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen der Prozess der Stadtwerdung und der Wandel des Stadtbildes, die anhand zentraler Befunde und bildtragender Monumente (vor allem Forum Romanum, Forum Boarium, Kapitol, Marsfeld) nachvollzogen werdensollen. Durch das parallele Seminar mit dem Fokus auf der althistorischen Perspektive treten so die methodischen Herangehensweisen einer primär befund-bzw. bildorientierten gegenüber einer primär textbasierten Annäherung an das Themenfeld klar heraus. 

Die Studierenden kennen zentrale Befunde aus der Stadtwerdung Roms und können diese historisch einordnen. Sie sind in der Lage zentrale wissenschaftliche Fragestellungen nachzuvollziehen und diese in einem durch Bilder gestützten Vortrag zu präsentieren. Dadurch erwerben Sie Kompetenzen für einen korrekten Umgang mit unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen an die römische Frühgeschichte.



Semester: WiSe 2022/23