Die Theologie des 20. Jahrhunderts war von der Exegese bis zur Systematischen Theologie von einem dogmatischen Antipsychologismus geprägt, der vielfache Gründe hatte. Nur wenige Theologen haben sich diesem meist unhinterfragten Mainstream entzogen – darunter Wolfgang Trillhaas mit seiner erstmals im Jahre 1946, 1953 dann in zweiter Auflage erschienenen Religionspsychologie. Sie ist nicht mit dem zu verwechseln, was seit den 60er Jahren unter diesem Titel firmiert, sondern vielmehr der eigenständige Versuch einer geisteswissenschaftlich-beschreibenden Psychologie. Sie versteht sich als eine konkrete Beschreibungsperspektive im Rahmen einer theologischen Anthropologie und behandelt Themen wie Gebet, Zweifel, Gewissen, Lebenslauf, Lebensalter und Tod. Den kategorialen Rahmen bildet die Religion, die zwischen Genese und Pathologie untersucht wird. Daneben finden sich auch Themen wie ›Heimat und Fremde‹ oder ›Geschlechter‹, an denen der historische Abstand zur Nachkriegszeit besonders greifbar wird.
- Trainer/in: Roderich Andres Barth
- Trainer/in: Michelle Schwarz