03-ARA-0706 / 03-ARA-0320.a Geschichte des Maghreb (Seminar)

Dr. Julia Heilen

Al-Maġrib lautet nicht nur die arabische Bezeichnung für den Ort bzw. die Zeit des Sonnenuntergangs, sondern der Begriff beschreibt zugleich im geographischen Sinne den nord-westlichen Teil Afrikas. Vor wenigen Jahren dokumentierten Forscher des marokkanischen Institut National des Sciences de lʼArchéologie et du Patrimoine (Rabat) gemeinsam mit Kollegen des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie (Leipzig) mit ihren Funden am Jebel Irhoud (Marokko) die mit weitem Abstand ältesten Fossilien und Steinwerkzeuge einer frühen evolutionären Phase des Homo sapiens. Und bereits lange vor der Islamisierung und (partiellen) Arabisierung der Region betraten die dort ansässigen Imazighen (Fremdbezeichnung: Berber) die politische Weltbühne, u.a. als Pharaonen-Dynastie oder mächtige Gegner des Römischen Imperiums. Der Maghreb brachte im Fortgang der historischen Entwicklung eine Vielzahl bedeutender islamischer Dynastien und stets neue Phasen kultureller Blütezeiten hervor, sah sich jedoch zugleich auch immer wieder externen Eroberungsversuchen ausgesetzt. Die europäischen – insbesondere, doch nicht ausschließlich die französischen – Versuche der Errichtung einer Fremdherrschaft über den Maghreb, sind nur ein jüngeres Beispiel von vielen im Laufe seiner Geschichte; sie wirken bis heute in vielfältiger Weise nach, und es sind auch noch nicht gänzlich alle Überreste davon beseitigt. Das Seminar führt in die historischen, religiösen und rechtlichen Grundlagen und Besonderheiten des Maghreb ein. Behandelt werden u. a. folgende Themen:

  • Ur- und Frühgeschichte
  •  Antike
  • Imazighen / Berber
  • Islamische Eroberung
  • Ḫawāriǧ
  • Arabisierung
  • Dynastien und politische Entwicklungen
  • Mālikitische Rechtsschule
  • Europäische Kolonialherrschaft
  • Dekolonislisierungen
Semester: WT 2024/25