In diesem Seminar werden die Studierenden in das wissenschaftliche Arbeiten im Fach Geschichte eingeführt. Exemplarisch beschäftigen wir uns mit dem von 1414 bis 1418 in der Bischofsstadt und Handelsmetropole am Bodensee tagende Konstanzer Konzil, das die Spaltung der abendländischen Kirche in drei päpstliche Einflusszonen beendete. Dieses beispiellose Großereignis führte tausende Menschen aus allen Teilen der abendländischen Christenheit zusammen – mit allen außergewöhnlichen Chancen, die eine solche kommunikative Drehscheibe bot, aber auch den logistischen und finanziellen Problemen, die ein solches ‚Event‘ mit sich brachte.
Durch die vielfältigen Quellenüberlieferungen bietet sich das Konstanzer Konzil an, um den Umgang mit Quellen und die Methodik wissenschaftlichen Arbeitens einzuüben. Die durch das jetzt zehn Jahre zurückliegende Jubiläum ausgelöste Publikationswelle ermöglicht zudem einen vielfältigen Einstieg in das Thema und erleichtert Versuche zur selbständigen Bearbeitung wissenschaftlicher Fragestellungen. 

Literatur:
Jürgen Miethke, Lorenz Weinrich: Die Konzilien von Pisa (1409) und Konstanz (1414–1418). Quellen zur Kirchenreform im Zeitalter der großen Konzilien des 15. Jahrhunderts, Teil 1 (Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters 38a), Darmstadt 1995; Heribert Müller: Die kirchliche Krise des Spätmittelalters: Schisma, Konziliarismus und Konzilien (Enzyklopädie deutscher Geschichte 90), München 2012; Karl-Heinz Braun, Mathias Herweg, Hans W. Hubert, Joachim Schneider, Thomas Zotz (Hgg.): Das Konstanzer Konzil: 1414 – 1418. Weltereignis des Mittelalters, Stuttgart 2013; Gabriela Signori, Birgit Studt (Hgg.): Das Konstanzer Konzil als europäisches Ereignis. Begegnungen, Medien und Rituale (Vorträge und Forschungen 79), Ostfildern 2014.

Semester: WiSe 2024/25