Verschiedene Regionen in Europa sind mit einem gravierenden Strukturwandel konfrontiert, der einstmals etablierte Institutionen und Verhaltensweisen erschüttert. Gerade der Ausstieg aus der Braunkohle geht mit umfassenden Veränderungen in Wirtschaft, Politik und Gesellschaft einher und weckt in postsozialistischen Regionen, in denen die Tagebaue wichtige Arbeitgeber mit guten Löhnen waren/sind, die die Gesellschaft stabilisier(t)en, Erinnerungen an die Härten des Transformationsprozesses nach 1989. Er ist politisch hochumstritten. In Strukturwandelregionen richtet sich Unzufriedenheit auch gegen die etablierte Demokratie. Unterschiedliche Ausstiegspolitiken, etwa in Polen, Deutschland und Tschechien, führten zu zusätzlichen Konflikten in Grenzregionen. Dabei deuten Forschungsbefunde darauf hin, dass Kooperationsformate dazu geeignet sind, Probleme des Strukturwandels besser zu bewältigen.

Im Forschungsmodul erlangen wir einen Einblick in die Forschung zu Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt speziell in europäischen Strukturwandelregionen und bearbeiten individuelle Projekte dazu. Teil des Moduls ist eine Forschungsexkursion ins Dreiländereck Deutschland – Polen – Tschechien“ mit Teilnahme an einem Symposium.

Semester: SoSe 2025