Die japanische Religionsgeschichte ist nicht nur ungewöhnlich gut dokumentiert, sondern auch besonders vielfältig. Diverse religiöse und sonstige kulturelle Elemente, indigene wie importierte, wurden hier auf kreative Weise miteinander verwoben, wodurch etwas ganz Eigenes entstand, was die japanische Kultur bis heute maßgeblich prägt. Es gibt darüber hinaus kaum ein religionswissenschaftlich relevantes Themenfeld, das man nicht anhand der japanischen Religionsgeschichte beispielhaft analysieren könnte.
In diesem Seminar soll zunächst – etwa im ersten Drittel – anhand von ausgewählter Lektüre und in einem vorlesungsartigen Lehrformat ein allgemeiner Überblick über die japanische Religionsgeschichte gegeben werden. In den letzten zwei Dritteln sollen auf der Grundlage von Fallbeispielen klassische Themen der Religionswissenschaft in der japanischen Religionsgeschichte identifiziert und unter Anwendung relevanter Theorieansätze bearbeitet werden. Zu diesen Themen zählen z.B. Synkretismus; Neureligionen; religiöse Erneuerungsbewegungen; Geschlechterbilder, Geschlechterrollen, Geschlechterverhältnisse; Nativismus und religiöser Nationalismus; Säkularität und Säkularisierung; Religion und Gewalt; invented traditions; Religionsgeografie und religiöse Raumkonzepte; Religion und populäre Kunstformen; usw.
- Trainer/in: Christoph Kleine
Semester: SoSe 2025