Das Merriam-Webster’s Dictionary definiert hacker wie folgt: „hacker, noun, hack· er ˈha-kər, 1. one that hacks, 2. a person who is inexperienced or unskilled at a particular activity, 3. an expert at programming and solving problems with a computer. 4, a person who illegally gains access to and sometimes tampers with information in a computer system“. Damit sind zwei zentrale Elemente des Hackens benannt. Technische Probleme zu lösen und sich (illegal) Zugang zu Netzwerken zu verschaffen und diese zu manipulieren. In dieser eher engen Definition geht jedoch das Spielerische und Experimentelle verloren, das Hackerkulturen prägt. So lässt sich hinzufügen: 5. „Ein Hacker ist jemand, der versucht, einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann“, wie Wau Holland, einem der Mitgründer des Chaos Computer Clubs, es gesagt haben soll. Was genau Hacking ist und mit welchen weiteren Kulturtechniken und (Wert-)Vorstellungen es verbunden ist, ist eine der zentralen Fragen des Seminars. Das Konzept der Sozialfigur dient dabei als analytischer Rahmen. In der Soziologie werden Sozialfiguren als Referenzpunkte verdichteter gesellschaftlicher Selbstverständigungen und Gegenwartsdiagnosen genutzt. In der Geschichtswissenschaft liegt der Fokus weniger auf dem Ist- oder besser War-Zustand als vielmehr auf den Prozessen. In Anschluss daran lässt sich fragen: Welche analytischen Potenziale und Grenzen hat das Konzept der Sozialfigur? In welchen gesellschaftlichen Kontexten entstand die Sozialfigur des*der Hacker*in? Welche historischen und gegenwärtigen Problemlagen manifestieren sich in dieser Sozialfigur? Welche Aus- und Einschlüsse finden sich? Was hat Hacking mit hegemonialer Männlichkeit zu tun und lässt sich dessen Geschichte auch feministisch und intersektional erzählen? Das Material für unsere Annäherungen ist breit gefächert und reicht von populärkulturellen Darstellungen wie dem Film „Hackers“ (1995, USA) bis hin zu Materialien von und über den Chaos Computer Club. Der Fokus wird auf der deutsch-deutschen Zeitgeschichte liegen. Eine aktive Mitgestaltung des Seminars durch die Studierenden ist ausdrücklich erwünscht.
- Trainer/in: Maria Bühner