Die Rede von ‚Religion‘ setzt voraus, dass es Bereiche in Gesellschaft und Kultur gibt, die nicht religiös, d.h. ‚säkular‘ sind. Die oft umstrittenen, durchlässigen und wandelbaren Grenzlinien zwischen Religiösem und Säkularem sollen Gegenstand dieses Seminars sein. Dabei wird es regions- und epochenübergreifend primär um die folgenden Fragen gehen: Stimmt es, dass der gesellschaftliche Einfluss von Religion im Zuge der Modernisierung automatisch schwindet und sich die Grenzen damit zugunsten des Säkularen verschieben (à Säkularisierung)? Welche gesellschaftlichen Akteure treiben eine Trennung von Religiösem und Säkularem aktiv voran, aus welchen Motiven und mit welchen Folgen (à Säkularismus)? Auf welche jeweils kulturspezifische Weise werden Religiöses und Säkulares sozial differenziert und konzeptuell unterschieden (à Säkularität)?

Semester: SoSe 2026