Gewalt gegen Frauen ist ein globales Problem, welches weder vor Grenzen noch vor Hautfarbe, Alter, oder sozialem Status halt macht. Es ist zudem ein Problem mit weitreichenden Folgen, sowohl psychischer, physischer, als auch sozialer und ökonomischer Natur. Darüber hinaus ist Gewalt gegen Frauen, insbesondere sexuelle Gewalt, ein gesellschaftlich stark tabuisiertes Thema und gerade deshalb eine Bürde, welche die Betroffenen häufig in Stille (er-)tragen.
Dem Hilfesystem (klinisch, legal, psychotherapeutisch, aber auch sozial) kommt eine wichtige Rolle in der Versorgung der von sexueller Gewalt Betroffenen sowie deren weiteren Genesung zu. Häufig ist es die erste Kontaktstelle und/ oder könnte eine Stelle sein, der sich anvertraut und von der Unterstützung und Schutz ausgehen könnte – würde sie trauma-informiert handeln. Leider fehlt das Wissen über die potentiellen Folgen von erlebter sexueller Gewalt oder zum trauma-sensiblen Umgang mit Betroffenen zum Teil im praktischen Alltag. Zudem kann die Hemmschwelle das Thema der erfahrenen Gewalt anzusprechen sehr hoch sein oder es bestehen Vorurteile gegenüber von sexueller Gewalt Betroffenen, die hinderlich auf die Ausführung der eigentlich Rolle im Hilfesystem wirken. All dies kann sich negativ auf die Verarbeitung des Erlebten auswirken. Negative Einstellungen gegenüber von sexueller Gewalt Betroffenen sind inzwischen gut belegt. Sie spiegeln sich zum Beispiel in negativen Reaktionen auf die Offenbarung der Betroffenen wider, z.B. indem die Glaubwürdigkeit des Opfers angezweifelt wird, oder in der Bereitschaft das Opfer zu beschuldigen und den Täter zu entlasten, vor allem wenn der Täter dem Opfer vorher bekannt war. In meinem Seminar möchte ich euch einen Überblick zu diesem komplexen Thema geben, sowie die Thematik mit Blick auf das Gesundheitssystem diskutieren. Weiterhin möchte ich euch den Traumabegriff und die Wege posttraumatischer Verarbeitung näher bringen, um schließlich über das Thema „Stressoren im Alltag“ zu einer kleinen praktischen Einführung verschiedener Entspannungsübungen zu kommen (Meditation, PMR, Atemtechniken).
Scheinerwerb: aktive Mitarbeit, Referat, „take home message“
Termine: jeweils Montag, 13:00-16:15 Uhr
12.04.2021 Auftaktveranstaltung (präsenz)
03.05.2021 online
10.05.2021 online
17.05.2021 online
31.05.2021 Abschlussveranstaltung (präsenz)
Seminar/Übung
Semester: ST 2021