Zeit: Mo. 9.15-10.45 Uhr Ort: SG SR 121
Beginn: 16.10.2023
Teilnehmer:innen: max. 25
PD Dr. Philipp Graf
Beschreibung:
Seit einigen Jahren hält das Konzept der Gefühlserbschaft(en) Einzug in die Geschichtswissenschaften und die öffentliche Debatte. Ursprünglich auf Sigmund Freud zurückgehend, werden damit heute Langzeitwirkungen der emotionalen Weitergabe vor allem der Verstrickung in den Nationalsozialismus auf Kinder- und Enkelgenerationen beschrieben, d.h., dass nachfolgende Generationen die Gefühle der Großeltern bzw. Eltern aufnehmen und diese ausagieren oder reinszenieren. Das Seminar unternimmt eine Annäherung an Begriff und Methode und fragt nach seinem Erkenntnisgehalt sowohl im Feld der „History of Emotions“ als auch in Hinsicht auf die „Vergangenheitsbewältigung“ in Deutschland.
Literatur: Sigmund Freud: Totem und Tabu. Einige Übereinstimmungen im Seelenleben der Wilden und der
Neurotiker [1913], Frankfurt am Main 1995. Ines Geipel: Umkämpfte Zone. Mein Bruder, der Osten und der Hass,
Stuttgart 2019. Jan Lohl/Angela Moré (Hrsg.): Unbewusste Erbschaften des Nationalsozialismus. Psychoanalytische,
sozialpsychologische und historische Studien, Gießen 2014. Alexander und Margarete Mitscherlich: Die Unfähigkeit
zu trauern. Grundlagen kollektiven Verhaltens, München 1967.
- Trainer/in: Philipp Graf