Seit der Antike preist die Philosophie die Freundschaft als wesentliche, wenn nicht gar die wesentliche Form zwischenmenschlicher Beziehung. Freundschaften sind immer einzigartig. Zumeist halten sie ein Leben lang. Aber was ist eigentlich Freundschaft? Ist Freundschaft überhaupt möglich? Und warum sind uns Freundschaften so wichtig?

Wir wollen uns in diesem Seminar der Beziehungsform Freundschaft sowohl aus der Perspektive der praktischen wie der theoretischen Philosophie annähern. Aus praktischer Perspektive ist die Freundschaft deswegen wichtig, weil zu ihr Gefühle und Haltungen wie Zuneigung und Achtung gehören, Verantwortung und Sorge für den Anderen. Zugleich erscheint in der Freundschaft der Andere als unvertretbare Einzelperson. Aus theoretischer Perspektive sind Freundschaften selbstgewählte Beziehungen, denen zugleich eine Passivität eignet. Denn zu Freundschaften kann man sich nicht einfach entschließen, Freunde muss man finden.

Wir werden in dem Seminar Texte der philosophischen Tradition lesen, die aus verschiedenen Epochen und Perspektiven das Thema der Freundschaft untersuchen. (u.a. Platon, Aristoteles, Montaigne, Kant, Kierkegaard, Schopenhauer, Derrida).

Textgrundlage (Textsammlung): Klaus-Dieter Eichler (Hrsg.), Philosophie der Freundschaft, Leipzig 1999.

Semester: SoSe 2026