Musikphilosophische Fragestellungen zu entwickeln ist einfach. Man
betreibt bereits Musikphilosophie, wenn man einmal grundsätzlich darüber
nachdenkt, was Musik eigentlich ist, worin ein musikalisches Kunstwerk
besteht oder warum wir eigentlich Musik als „fröhlich“ oder „traurig“
bezeichnen. In dieser Einführungsveranstaltung sollen solche Fragen und
mögliche Antworten darauf diskutiert werden. Zugleich werden Stationen
aus der Geschichte des philosophischen Nachdenkens über Musik
nachgezeichnet, denn auch grundsätzliche Fragen haben ihre Geschichte,
die zu kennen sich lohnt, und wer über Musik philosophiert, muss seinen
Gegenstand in seiner ganzen historischen und kulturellen Vielfalt
kennen.
Deswegen kann Musikphilosophie nur im Dialog zwischen Philosophie
und Musikwissenschaft betrieben werden. Und deswegen reicht es heute
auch nicht mehr aus, „Musik“ nur aus der europäischen Perspektive zu
betrachten. Versucht man, etwa afrikanische Musikkonzepte mit
einzubeziehen, beleuchten sich die unterschiedlichen Weisen, Musik zu
denken und zu machen, wechselseitig. Die europäische Idee der Musik wird
damit selbst fremd, aber auch bereichert.
Vom Ablauf her handelt es sich bei dieser Einführung nicht um eine
klassische Vorlesung, sondern die Fragen und Themen werden im Dialog mit
dem Publikum entwickelt. Das Gelingen der Veranstaltung ist also auch
von der Bereitschaft der Hörer*innen abhängig, selbst zu lesen,
mitzudenken, nachzufragen und mitzudiskutieren.
- Trainer/in: Wolfgang Matthias Fuhrmann