Vorlesung im Modul "Systematische Ethnologie I: Wirtschaft und Politik"

Dieses Modul entwickelt anthropologische Perspektiven auf das Wirtschaften in Zeiten des Kapitalismus. Die Vorlesung gibt einen Einstieg in Kapitalismus als politische Formation und beleuchtet die „gelebte“ Seite von scheinbar abstrakten ökonomischen Phänomenen wie Geld, Arbeit, Wert, Markt, Konsum, Produktion oder Extraktion. Im Sinne eines „Dedomaining“ der klassischen Wirtschaftsethnologie werden Themen wie immaterielle Arbeit, Umweltbeziehungen, das Erleben von Zeit, Emotion und Affekt, Glaube, Gender und Sorgebeziehungen in die Analyse ökonomischer Formen eingebracht: Was haben Rassismus, Kolonialismus und Kapitalismus miteinander zu tun? Welche Formen unsichtbarer Arbeit fließen in Wertschöpfungsprozesse ein? Wie beeinflusst Neoliberalismus das Verständnis von Zeit und Subjektivierungsprozessen? Wie entstehen globale Ungleichheiten?  Und: Welche Bedeutung hat das Anthropozän? Die Vorlesung entwickelt und vertieft anthropologische Perspektiven auf Kapitalismus als komplexe, historisch “gewordene” und folgenreiche globale Formation.

Turnus: immer dienstags, 13-15 Uhr, Hörsaal 12

Dozierende: Dr. Thiago Barbosa (thiago.barbosa@uni-leipzig.de); PD Dr. Stefanie Mauksch (stefanie.mauksch@uni-leipzig.de)

Semester: WiSe 2024/25