Aufbauend auf Dieter Henrichs Forschungen zu den „Konstellationen“ der klassischen deutschen Philosophie haben sich Wissenschaftler zunehmend nicht nur den prominentesten Figuren dieser philosophischen Epoche wie Kant, Fichte, Schelling und Hegel zugewandt, sondern auch scheinbar randständigeren Denkern, die dennoch für die Entwicklung der nachkantischen Philosophie von Bedeutung waren. Einige Autoren wie Reinhold und Bardili sind dabei vor allem von historischer Bedeutung. Bei anderen Denkern wie Jacobi und Hölderlin haben jüngere Forschungen hingegen gezeigt, dass sie nicht nur historisch wirkmächtig waren, sondern auch systematische Bedeutung und genuine Originalität besitzen, obwohl sie zeitweise marginalisiert wurden.

Zweifellos zählt Salomon Maimon zur letzteren Gruppe. Denn wie wir anhand seines Versuchs über Transzendentalphilosophie (1790) im Seminar erarbeiten wollen, stellt seine Philosophie eine ebenso einfallsreiche wie eigenständige Alternative zu den Systemen seiner Zeitgenossen dar, die es verdient, um ihrer selbst willen studiert zu werden.

Textgrundlage:
Salomon Maimon, Versuch über Transzendentalphilosophie, Hamburg: Meiner, 2004.

Semester: SoSe 2026