Seit knapp 30 Jahren begleitet uns populäre Musik zunehmend in digitaler Form: zunächst als CD, dann
in Form des mp3-Players und nun als Stream auf dem Handy. Musikvideos wandern aus dem linearen
Fernsehen zu Internetplattformen wie YouTube, auf denen alle Videos gleichzeitig verfügbar sind. Rezipient:innen werden zu Produzent:innen und laden selbst Songcover oder Instrumenten-Tutorials
hoch. Die Musikproduktion findet weitestgehend digital statt und sowohl Musikindustrie als auch Indie-Künstler:innen setzen bei der Vermarktung auf digitale Medien. Algorithmen ergänzen unsere
Playlists und ermitteln unsere Lieblingsmusik.
In diesem Seminar sollen grundlegende Kenntnisse über die Technologie- und Sozialgeschichte populärer Musik der letzten 30 Jahre erlangt werden. Dabei werden wir immer wieder folgenden Fragen
nachgehen: Welche Beziehungen zwischen Musik, Künstler:innen und Rezipient:innen können heute
in digitalen Medien und durch digitale Medien entstehen und wie genau entstehen diese Beziehungen?
Und vor allem: Wie erforschen wir sie?
Aber auch die Analyse konkreter musikalischer und audiovisueller Phänomene wird in diesem Seminar
einen Platz finden. Denn Digitalität wird in Effekten wie Auto-Tune oder in MIDI-Files auch hörbar, zeigt
sich in der Veränderung musikalischer Formen oder ermöglicht Praktiken wie Dance Challenges oder
Lip-Syncing-Videos. Daher werden im Seminar auch grundlegende Methoden zur Analyse populärer
Musik und von Videos vermittelt.
- Trainer/in: Janne Schneider